12.11.2016

Sanierungsarbeiten an der ehemaligen „alten-neue“ Schule (Forstlyzeum) in vollem Gange

Nach der erfolgreich durchgeführten und staatlich geregelten Restitution von Gebäuden an die Evang. Kirchengemeinde A. B . Zeiden, die damals unter anderem auch auf Druck des Deutschen Landesforums (DFDR) erfolgte, hatte sich die Kirchengemeinde 2006 für die Übernahme des Gebäudes entschieden. In dieser „alten-neuen“ Schule, dem ehemaligen Forstlyzeum in der Marktgasse, wurde die deutsche Schulabteilung mit den Klassen I-IV untergebracht. Bereits 2008 wiesen die Lehrkräfte um Schulleiterin Karmina Vladila jedoch daraufhin, dass dringende Sanierungsarbeiten am Gebäude unausweichlich sind, wenn dort weiterhin Unterricht stattfinden soll. So zählte die marode Bausubstanz des Gebäudes jahrelang zu den vorrangigen Problemfeldern der Kirchengemeinde. Fakt war, dass die Kirchengemeinde aus eigener Kraft finanziell jedoch nicht in der Lage war, die notwendig gewordene Sanierung vorzunehmen.

Angesichts des schlechten baulichen Zustandes dieses Gebäudes (dringende Dachsanierung und Austausch der undichten Fenster) fanden Anfang dieses Jahres Gespräche zwischen der Kirchengemeinde und den Verantwortlichen im Rathaus in Zeiden statt. Dabei wurden die Modalitäten eines möglichen Pachtvertrages/Verwaltungsvertrages mit der Stadt und die Übernahme von Sanierungsarbeiten durch die Stadt verhandelt.  Unter anderem wurde auch die Zeidner Nachbarschaft um Stellungnahme gebeten. Nach intensivem Austausch im Vorstand hat sich der Vorstand der Zeidner Nachbarschaft Mitte Januar 2016 für den Beibehalt dieses Gebäudes ausgesprochen, damit es der Kirchengemeinde als Eigentümer einer ständigen deutschen Schulabteilung erhalten bleibt.

Obwohl der Stadt die finanziellen Mittel für eine umfassende Sanierung der Schule zur Zeit fehlen, hat sich Bürgermeister Catalin Muntean der Sache angenommen und mit dem Erlös einer Benefizveranstaltung die Werbetrommel für die Dachreparatur gerührt und  bei ansässigen Firmen um weitere Hilfe und Spenden gebeten. Unter anderem hat auch die Kirchengemeinde und die Zeidner Nachbarschaft ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

Mittlerweile haben die Arbeiten zur Dachsanierung begonnen. Seit 4. November werden 400 qm Dachfläche mit neuen Ziegeln neu eingedeckt.

Im Zusammenhang mit der Dachsanierung wird auch überlegt, die beiden Statuen (Martin Luther und Philipp Melanchthon), die bis 1949 auf der Frontseite über dem Haupteingang ihren Platz hatten, wieder herzustellen und anzubringen. Diese Statuen wurden bei der Machtübernahme durch die Kommunisten am 29. September 1949 von Anhängern der rumänischen Bauernpartei („Frontul plugarilor“), auf Anordnung des damaligen Zeidner Bürgermeisters, heruntergerissen und damit mutwillig zerstört.

Angesichts des 500-jährigen Reformationsjubiläums, das nächstes Jahr sattfindet, und auch in Siebenbürgen gefeiert wird, ist dies sicher eine Idee, die sowohl die Evang. Kirchengemeinde als auch die Zeidner Nachbarschaft sehr begrüßen.

Helmuth Mieskes, Böbingen