04.11.2016

Ein neues Tor zum Kirchhof

2011
2016

Da soll noch einer sagen, in Rumänien werden nicht Nägel mit Köpfen gemacht. Die Fertigstellung und Montage des neuen Eingangstores zur Kirchenburg in Zeiden ist der beste Beweis dafür, dass gute Vorschläge durchaus auch dort in kürzester Zeit umgesetzt werden können, wenn alle daran Beteiligten willig sind und ihren konstruktiven  Part dazu beitragen.

Die Fertigstellung und Eröffnung des Museums im ehrwürdigen alten Rathaus der Stadt im Mai 2016 und die damit verbundene und gut gelungene Erneuerung des gewölbten Eingangs zur Kirchenburg ließen sehr bald erkennen, dass das in die Jahre gekommene und schwer handhabbare  Holztor zum Kirchhof ein Schandfleck darstellt, der dringend nach einer neuen Lösung verlangt. Zu dieser berechtigte Feststellung kamen sowohl die Verantwortlichen der Kirchengemeinde als auch das Bürgermeisteramt in Zeiden. 

Und so entstand der Vorschlag von Pfarrer Andreas Hartig, das bestehende, geschlossene Tor zum Eingang zur Kirchenburg durch ein schmiedeeisernes, das die freie Sicht in das Innere der Kirchenburg zulässt, zu ersetzen. Mit dem offenen Blick in den Innenhof war gleichzeitig auch der Gedanke verbunden, neugierige und interessierte Museumsbesucher auf das touristische Kleinod der Stadt – die Zeidner Kirchenburg - aufmerksam zu machen und sie künftig zu einem Rundgang bzw. zur  Besichtigung der Kirche (zu bestimmten Öffnungszeiten) einzuladen. 

Der Vorschlag, dem sich das Presbyterium anschloss, wurde sodann von Bürgermeister Catalin Muntean aufgegriffen. Mit der Kostenzusage der  Stadt  wurde zudem sichergestellt, dass eine Umsetzung des Vorschlags möglich ist und noch in diesem Jahr ins Auge gefasst werden kann.  Nachdem Kirche und Kommune die Zeidner Nachbarschaft in diese Überlegungen miteingebunden hatte und verschiedene Vorschläge zur Erstellung des Tores in der Vorstandssitzung der Zeidner Nachbarschaft am 17. September 2016 durchaus auch kontrovers beraten wurden, konnte  Altnachbarvater und passionierter Künstler Udo Buhn dem Bürgermeisteramt in Zeiden und der Evang. Kirchengemeinde  ein bis ins Detail skizzierter Entwurf  vorstellen.

Dieser Entwurf, auf dessen Tormitte  auch das Zeidner Wappen (Wappen des Munizipiums Zeiden) gut sichtbar angebracht ist,  wurde in Zeiden allgemein  für gut befunden und die Herstellung des Tores bereits Anfang Oktober in Auftrag gegeben. So konnte mit Hilfe der kostenlosen Unterstützung durch die Firma SC Fly-FOX SRL, der guten und unkomplizierten Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde, Nachbarschaft und Bürgermeisteramt innerhalb kürzester Zeit in Zeiden ein (kleines) Vorhaben umgesetzt werden, dass künftig die Kirchenburg und die Evang. Kirche weit mehr in den öffentlichen Blickwinkel rückt, wie das bisher der Fall war.

War bisher für den Durchreisenden in Zeiden nur der Kirchturm von der Hauptstraße gut sichtbar und erkennbar, ohne zu wissen, dass sich hinter den Mauern der Kirchenburg eine Kirche befindet, so  besteht jetzt  die Möglichkeit,  das imposanteste Gebäude der Stadt auch von Innen  in Augenschein zu nehmen.

Helmuth Mieskes, Böbingen