Notizen aus Zeiden 2009
Geplanter Blumenmarkt wandert womöglich ab
In der Colorom-Markthalle war seit letztem Jahr ein Blumenmarkt
geplant, den eine holländische Firma hier einrichten
wollte. Da aber die der Roma-Volksgruppe angehörenden Altkleiderverkäufer
ihre Verkaufsplätze hier nicht aufgeben wollen,
sucht der holländische Investor nun eine neue Örtlichkeit
in Kronstadt. Das Zeidner Rathaus hat leider keine für beide
Seiten akzeptable Lösung gefunden.
Die Roma-Händler selbst sind allerdings mit den unzureichenden
hygienischen Bedingungen in der Halle nicht zufrieden
und fordern vom Rathaus eine Verkaufszulassung für den Markt
im Viertel 9 Mai. Die Verwaltung weigert sich jedoch, diese zu
erteilen, und hat außerdem den Verkauf im Stadtzentrum und
auf der Promenade untersagt.
750 Straßenlampen in Zeiden
In Zeiden gibt es rund 750 Straßenlampen, die der nächtlichen
Beleuchtung der Stadt dienen. Hinzu kommen rund 100 Lampen
in den Parks und Alleen. Vor 1989 gab es praktisch nur auf jedem
vierten Straßenmasten eine Lampe, heute findet man auf
jedem zweiten eine. Die Stadtverwaltung betrachtet das bis
auf wenige Ausnahmen als ausreichend.
Parkplatzverordnung verabschiedet
Der Zeidner Stadtrat hat die neue Parkplatzverordnung für
das Stadtgebiet verabschiedet. In den Wohngebieten dürfen
nur Anwohner Parkplätze anmieten beziehungsweise ersteigern.
Jetzt muss nur noch die endgültige Einrichtung dieser
Parkplätze abgewartet werden.
Zeidner Umgehungsstraße nimmt Konturen an
Im Februar wurde der Plan für die Zeidner Umgehungsstraße
vorgestellt. Aus drei Varianten wurde mit 13 Millionen Euro
zwar die teuerste ausgewählt, aber auch die „beste“ laut Rathaus.
Die Straße wird 7,2 Kilometer lang sein, eine Brücke über
den Neugraben, zwei Überführungen über die Bahnlinie und
Zufahrtsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Maschinen haben.
Von Kronstadt kommend wird die Nationalstraße DN1 vor
den Glashäusern rechts abgehen und parallel zur Bahnlinie verlaufen.
Im Bogen an Zeiden vorbei geht es bis zur Heldsdörfer
Straße und weiter bis zum Hundsberg, wo man wieder auf den
heutigen Straßenverlauf Richtung Fogarasch trifft.
Roma bebauten illegal sieben Hektar Grund
Nach dem Abriss des Zeidner Zigeunerviertels in den 1960er-
Jahren wurden dieser Volksgruppe fünf Hektar Grund auf dem
Weißland zur Verfügung gestellt , wo Häuser gebaut werden
konnten. Vor Kurzem hat die Zeidner Stadtverwaltung eine
Inventarisierung der Grundstücke im heute „Mălin“ genannten
Roma-Viertel vorgenommen. Es wurde festgestellt, dass nach
40 Jahren die hier wohnenden Roma nicht nur die fünf bereitgestellten
Hektar bebaut haben, sondern weitere sieben Hektar
Grundfläche. Die gesetzliche Lage dieser Bauten ist im Moment
unklar; die im Grundbuch eingetragenen Eigentümer könnten
jederzeit ihre Ansprüche geltend machen.
Kindergarten und Ärzte in ehemaliger Notarswohnung
In der ehemaligen Notarswohnung beziehungsweise dem Krankenhaus
neben dem evangelischen Pfarrhaus war in den letzten
Jahrzehnten ein Waisenhaus untergebracht. 1998 hatte die
Stadt Zeiden dieses für zehn Jahre an den Kreisrat Kronstadt
vermietet, dem das Waisenhaus untersteht. Die Stadt Zeiden
will nun einen Teil des Gebäudes anderweitig nutzen. Für die
30 hier lebenden Kinder bleibt noch Platz genug übrig. Geplant
ist, dass die Hausärzte aus der sanierungsbedürftigen Poliklinik
– dem Alten Rathaus – über dem Kirchenburgeingang hierher
umziehen. 2010 muss auch der Kindergarten in der Bahngasse
sein Domizil räumen, da das Gebäude an die früheren Eigentümer
rückerstattet wurde. Dieser Kindergarten soll dann ebenfalls
auf diesem Hof untergebracht werden.
Quelle: Transilvania Expres Kronstadt, Lokalausgabe Zeiden
Zusammengestellt von Rainer Lehni