Notizen aus Zeiden 2009
Katastrophale WahlbeteiligungDie Wahlbeteiligung anlässlich der Europa-Wahlen lag landesweit bei mageren 27,67 Prozent. Der Kreis Kronstadt verzeichnete mit 24,45 Prozent eine der schlechtesten Wahlbeteiligungen in Rumänien. Auf Kreisebene wurden die geringste Stimmabgabe in den Munizipien Zeiden (17,86 Prozent) und Fogarasch (17,99 Prozent), die höchste Beteiligung dagegen in der Gemeinde Sinca Noua (96,36 Prozent) registriert.
Personalmangel im Zeidner Gefängnis
Das Zeidner Hochsicherheitsgefängnis schlägt sich bereits seit geraumer Zeit mit Personalmangel herum. Nur 62 Prozent der Stellen sind besetzt. Dadurch leisten die Angestellten jede Menge Überstunden, die nicht ausgezahlt werden dürfen, die Zeit diese abzubauen, fehlt aber ebenfalls. Nach den üblichen Standards müsste die Zeidner Anstalt 600 Plätze für Gefangene haben. Augenblicklich sind es jedoch 669. Probleme bereiten auch die Altschulden in Höhe von rund 71.000 Euro an verschiedene Dienstleister, die nicht bezahlt werden können. Die Anstaltsleitung hofft, die Renovierungsarbeiten in den nächsten vier Jahren abschließen zu können. Dieses wiederum hängt aber davon ab, wie viele Mittel aus dem Staatshaushalt fließen werden.
Orthodoxe Reliquien in ZeidenErstmals war Zeiden Ort einer orthodoxen Wallfahrt. Mehrere hundert Gläubige empfingen eine orthodoxe Delegation aus Bulgarien mit dem 97-jährigen Metropoliten von Silistra, Ilarion Draganov an der Spitze, die eine wundertätige Ikone der Mutter Gottes aus Kiew sowie die Gebeine des Heiligen Märtyrers Dasie und der Heiligen Dimitra aus Bulgarien nach Zeiden gebracht hatten. Gläubige aus dem ganzen Land konnten zu diesen Reliquien vom 4. bis 7. August pilgern, die in der orthodoxen Kirche "Verklärung des Herrn" auf dem Essig aufbewahrt wurden. Die bulgarische Kirchendelegation besuchte auch das Zeidner Gefängnis und die hier 1993 errichtete Kapelle, in der für ein paar Stunden auch die Reliquien aufbewahrt wurden.
Quelle: Transilvania Expres Kronstadt, Lokalausgabe Zeiden
Zusammengestellt und übersetzt: Rainer Lehni