Notizen aus Zeiden 2009

Romas beantragen Stromanschluss

Bisher war das Zeidner Roma-Viertel Mălin größtenteils noch nicht an Stromnetz, Wasserzufuhr und Kanalisation angeschlossen. Dafür steigt hier aber die Zahl der Bewohner. Eine Vertreterin dieser Volksgruppe erklärte, dass es Familien gibt, in denen bis zu 22 Personen in einem Raum leben.

In den letzten Jahren wurde der Anschluss an das Stromnetz aber nur teilweise umgesetzt. Die Behörden ließen die Strommasten aufstellen, um die Anschlüsse der Häuser ans Netz sollten sich die Anwohner selbst kümmern. Dies hatte zur Folg, dass viele Roma-Bewohner das Stromnetz anzapften. In letzter Zeit gab es deswegen mehrere Einsätze von Sondereinheiten. 2008 hatten sich drei Familien ordnungsgemäß an das Stromnetz anschließen lassen, in diesem Jahr sind es bereits zwölf Familien. Bei einem Antrag wurden selbst die Behörden stutzig, da die Inspektoren lediglich eine dreimal drei Meter große Holzbaracke vorfanden. Die Bewohner waren ordnungsgemäß gemeldet, also konnte die Stromzufuhr genehmigt werden.

Bessere Wasserqualität erwartet

Das städtische Dienstleistungsunternehmen „Măgura Codlei“ muss die Aufbereitung und den Transport des Trinkwassers vom Staudamm am unterhalb des Königstein gelegenen Turcu-Bachs bis nach Zeiden bezahlen, obwohl es mit der Wasserqualität unzufrieden ist. Durch verstopfte Kanalisationen in der Gegend Törzbug-Moieciu kommt es immer wieder vor, dass sich Abwasser in den Turcu-Bach ergießt. Hoffnungen setzt das Unternehmen in den regionalen Wasserverteiler in Kronstadt, der mit EU-Finanzmitteln sein Netz modernisieren und ausbauen will. Nach Abschluss dieser Arbeiten würde Zeiden mit Trinkwasser aus Tărlungeni östlich von Kronstadt versorgt werden. In Zeiden sind derzeit rund 60 Prozent der Wasserrohre über die normale Betriebsdauer hinaus, die ältesten Rohre stammen aus dem Jahr 1923. Zudem sind 30 Prozent der Zeidner Häuser nicht an das Kanalisationsnetz angeschlossen.

Einige Zeidner Straßen sind stark reparaturbedürftig

Einige Straßen in Zeiden sind zurzeit in einem reparaturbedürftigen Zustand. Betroffen sind vor allem Straßen im Viertel Înfrăţirea wie Libertăţii, Unirii und 15 Noiembrie aber auch die oberen Teile der Marktgasse. Durch Kanalisationsarbeiten in der Libertăţii-Straße wurde der relativ gute Stand der Straße vom Vorjahr sowie der dortigen Grünflächen bisher nicht wieder hergestellt. Viele Anwohner sind mit der Situation unzufrieden, da nach jedem Regen sich die Straße in ein Schlammfeld verwandelt. Der Zeidner Vizebürgermeister Călin Ivan teilte mit, dass zurzeit nur dringend notwendige Arbeiten ausgeführt werden, weil die Stadt noch rund 4 Millionen Lei (rund 950.000 Euro) für Reparaturarbeiten vom Vorjahr bezahlen muss. Mittlerweile wurde mit den Ausbesserungsarbeiten in der Libertăţii-Straße Ende März begonnen.

Umzug der Ärzte aus der Poliklinik beschlossen

Der Zeidner Stadtrat hat kürzlich beschlossen, dass auf das Anwesen der früheren Notarswohnung am Marktplatz (heute Langgasse 112 – 114), die zehn Arztpraxen aus der renovierungsbedürftigen Poliklinik umziehen können. Im Anwesen befindet sich bisher das Waisenhaus mit 30 Kindern. Ebenfalls auf diesen Hof soll der Kindergarten aus der Bahngasse umziehen, da das dortige Gebäude an den früheren Eigentümer rückerstattet wird.

Quelle: Transilvania Expres Kronstadt, Lokalausgabe Zeiden
Zusammengestellt von Rainer Lehni

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