Notizen aus Zeiden 2007 - Teil XV.

Neue Kosten drohen Zeidner Haushalt zu sprengen
Ab 1. Januar 2008 sollen nach Regierungsbeschluss die Krankenhäuser nicht mehr vom Staatshaushalt, sondern von den örtlichen Haushalten finanziert werden. Da der Haushalt des Munizipiums Zeiden für 2008 erst im Januar 2008 verabschiedet wird, ist die Höhe der Finanzmittel für das Zeidner Krankenhaus bisher unklar und droht den Rahmen des städtischen Haushalts zu sprengen, so Bürgermeister Alexandru Popa.
Ein anderes Sorgenkind ist für die Zeidner Stadtverwaltung die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für Häuser und Wohnungen. Für die Versicherungen der 560 Sozialhilfeempfänger soll die Stadt aufkommen. Die Versicherung bei Häusern liegen zwar nur zwischen 10 und 20 Euro, so dass aber in der Gesamtsumme doch ein beträchtlicher Betrag auf die Stadtverwaltung zukommt.
Einnahmen erhofft sich die Stadt durch den Verkauf von Grundstücken im Pferdegraben, deren Fläche 80 Hektar beträgt und wo mit Einnahmen von 12 Millionen Euro gerechnet wird.

Parteibeitritt - Ja oder Nein ?
Bei der Kommunalwahl 2004 ist der jetzige Zeidner Bürgermeister Alexandru "Puiu" Popa als unabhängiger Kandidat gewählt worden. Nach Angaben des Vizebürgermeisters C?lin Ivan ist Popa der Demokratischen Partei (Partidul Democrat, PD) beigetreten. Ivan, der auch örtlicher stellvertretender Vorsitzender der PD ist, erklärte, Popa würde jeden Montag Sprechstunde am Parteisitz haben und auch seinen Mitgliedsbeitrag entrichten. Alexandru Popa dagegen erklärte, er habe zwar eine Beitrittsabsicht letztes Jahr unterschrieben, seither habe sich aber nichts weiter getan.

Schneeschaufeln ist Pflicht
Auch in Zeiden müssen die Bürger und Firmen im Winter die Gehsteige vor ihren Gebäuden vom Schnee säubern. Für die Straßenreinigung dagegen ist die Stadt zuständig. Da der erste Schneefall in diesem Winter in Zeiden bereits Anfang November zu verzeichnen war und zahlreiche Bürger die Gehsteige nicht gesäubert haben, hat die Stadtverwaltung nochmals auf diese Bürgerpflicht hingewiesen. Wer seiner Pflicht nicht nachkomme, dem drohen Geldbußen von 500 Lei (ca. 143 Euro) für natürliche und 1.500 Lei (ca. 428 Euro) für juristische Personen.


Gewerbegebiet im Pferdegraben geplant
Die Stadt Zeiden plant den Verkauf von Grundstücken mit einer Fläche von 80 Hektar im Pferdegraben, der sich gegenüber des Hundsberges befindet. Hier ist ein Gewerbegebiet in Planung, an dem einheimische Investoren aber auch Investoren aus Irland, Israel und Spanien großes Interesse zeigen. Zur Zeit wird eine Machbarkeitsstudie für dieses Gebiet erstellt. Bei einem Quadratmeterpreis zwischen 15 und 17 Euro, erhofft sich die Stadt Einnahmen in Höhe von 40 Millionen Lei (12 Millionen Euro), eine Summe die den städtischen Jahresetat um das Vierfache übersteigt.
Horrende Preise hatten neulich auch die Versteigerung von Grundstücken für Wohnhäuser auf der Danska im neuen Garoafelor-Viertel erzielt, bei der Quadratmeterpreise zwischen 85 und 120 Euro gezahlt wurden.

Autowracks eingesammelt
Endlich hat sich die Stadtverwaltung Zeidens dazu durchgerungen alte Autos abzuschleppen, die auf öffentlichen Flächen abgestellt wurden. Zum Teil standen diese Autos nur noch als Wrack im Stadtbereich. Im November wurden daher 25 dieser Autos abgeholt und in einem Lager bei der ehemaligen Möbelfabrik eingelagert. Die Eigentümer haben dann 60 Tage Zeit ihre Autos abzuholen und die Abschleppgebühr von 1.400 Lei (ca. 400 Euro) sowie eine Einlagerungsgebühr über 5 Lei (ca. 1,45 Euro) je Tag zu bezahlen. Sollten die Autos in diesen zwei Monaten nicht abgeholt werden, werden sie von der Stadt zu Altmetall veräußert, um mit den Einnahmen die entstandenen Kosten zu decken.

Gelder für Sozialhilfe gesucht
Zeiden gehört zusammen mit Sacele zu den Städten im Kreis Kronstadt mit dem höchsten Anteil an Sozialhilfeempfängern an der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist in Zeiden zwar wieder gesunken, aber im Oktober wurden immer noch 560 Fälle gezählt.
Die Sozialhilfeempfänger müssen monatlich eine bestimmte Anzahl an Arbeitseinsätzen vorweisen. Dafür wird ihnen per Gesetz die Zahlung von Sozialhilfe für mindestens zehn Monate im Jahr zugesichert. Allerdings würde die Stadt Zeiden diesem Personenkreis auch für die Monate November und Dezember die monatliche Unterstützung zukommen lassen, was letztes Jahr versäumt wurde. Die hiefür nötigen 250.000 Lei (ca. 71.430 Euro) hat die Stadt Zeiden beim Staat beantragt.

Quelle: Transilvania Expres Kronstadt, Lokalausgabe Zeiden
Zusammengestellt von Rainer Lehni

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