Notizen aus Zeiden 2007 - Teil X.
Insolvenzverfahren gegen Zeidner Glashäuser
Das einst im wahrsten Sinn des Wortes "blühende" Zeidner Gartenbauunternehmen "Sere Codlea" ist nach der Privatisierung vor einigen Jahren rasch zu einem bankrotten Unternehmen geworden. Die Generaldirektion der öffentlichen Finanzen hat vor Gericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen die Zeidner Glashäuser erreicht. Dieser Behörde schuldet der Zeidner Betrieb 18,312 Millionen Lei (ca. 5,2 Millionen Euro). Auch bei der Zeidner Stadtverwaltung haben die Glashäuser Schulden in Höhe von 240.000 Lei (ca. 68.000 Euro), die aus Steuern bzw. lokalen Gebühren aus den Jahren 2006 und 2007 stammen.
Parkplätze unter Wasser
Kürzlich erst fertiggestellt wurden die neuen Parkplätze zwischen den Wohnblocks des Colorom-Viertels. Nichtsdestotrotz verwandeln sich diese nach jedem etwas heftigeren Regenschauer in richtige "Seenlandschaften", was die Unzufriedenheit der Parkplatzmieter hervorrief, die ihre Autos nur in Gummistiefeln oder nassen Fusses erreichen. Die Stadtverwaltung stellte fest, dass die Arbeiten mangelhaft durchgeführt wurden und forderte den ausführenden Betrieb die entstandenen Mängel zu beseitigen. Währenddessen wurde mit der Reparatur der Gehsteige in der Langgasse begonnen bzw. soll demnächst die Weißland-Straße nach umfangreichen Kanalisierungsarbeiten erstmals asphaltiert werden.
Versteigerung neuer Bauplätze auf der Danska
Im neuen Wohnviertel "Garoafelor" auf der Danska werden im 3. Oktober diesen Jahres weitere 13 Bauplätze versteigert. Die Grundstücksgröße beträgt 300 Quadratmeter, der Anfangspreis 20 Euro je Quadratmeter. Es wird mit einem viel höheren Verkaufspreis gerechnet, da sich die marktüblichen Grundstückspreise in dieser Gegend bei 35 bis 40 Euro je Quadratmeter bewegen.
"Adevarul" berichtet über Zeidner Sachsen
Kürzlich berichtete "Adevarul" - eine der auflagenstärksten Tagezeitungen Rumäniens - über die in Zeiden verbliebenen Sachsen. Im Mittelpunkt dea Artikels "Daca e fanfara, sunt si nemti" steht der 79jährige Otto Aescht, der als langjähriger Kapellmeister der Zeidner sächsischen Blaskapelle vorgestellt wird. Otto Aescht berichtet über die Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg und die Deportation in die Sowjetunion sowie über die Blaskapelle nach dem Krieg. Nach der Auswanderung 1990 hat Otto Aescht eine neue Blaskapelle mit Zeidner Rumänen ins Leben gerufen, die sich aber mittlerweile wieder aufgelöst hat. Aescht spielt schon seit Jahren auch in der von Ernst Fleps geleiteten Burzenländer Blaskapelle in Kronstadt mit. An Auswanderung nach Deutschland habe er nie gedacht, wird Aescht zitiert. Zwei Brüder habe er dort, ihm habe es aber dort nicht gefallen, er sei in Zeiden zufrieden. In einigen Sätzen wird auch das Schulfest der Zeidner sächsischen Bevölkerung beschrieben. Der Artikel zitiert auch die Geschwister Günther und Karina Eiwen, die bedauern, dass es in Zeiden kaum noch einen sächsischen Jugendlichen gibt.
Quelle: Transilvania Expres Kronstadt, Lokalausgabe Zeiden
Zusammengestellt von Rainer Lehni