Schwäbisch Gmünder Zeidner feiern Fasching
Die Zeidnerinnen und Zeidner aus Schwäbisch-Gmünd und dem näheren Umfeld Schwäbisch Gmünds, feiern die "Fünfte Jahreszeit" - eine sehr närrische, wie Viele zu berichten wissen, so begeistert wie in der alten Heimat. Organisiert wurde das Ganze seit Anfang der neunziger Jahre von Lehrer i.R. Hans Preidt (früher wohnhaft in Weidenbach).
Seit einigen Jahren hat sein Sohn Edgar Preidt,
der in hervorragender Weise auch für die musikalische Umrahmung dieser
Faschingsveranstaltungen sorgt, diese Aufgabe übernommen und dafür gesorgt, dass
Bewährtes, im Sinne der Zeidner Gemeinschaft, unbedingt weitergeführt wird. Die Gäste
kommen aus Nah und Fern und es versteht sich von selbst, dass auch
"Grenzgänger" aus anderen Burzenländer Gemeinden in Schechingen,
einer Gemeinde unweit von Schwäbisch Gmünd, gerne gesehen sind. Kostümierung ist
natürlich erwünscht aber nicht Pflicht.
Es herrscht eine gute Stimmung und es wird getanzt und getobt wie früher daheim. Die Älteren wissen noch wie`s geht und die Jüngeren machen fleißig mit. Ein kleiner, aber feiner Faschingsball also, zu dem jährlich eingeladen wird.
Zeidner Fasching in Schechingen 2006
Artikel aus dem zeidner gruß Nr. 100, Seite 35/36
Am 28. Januar war es endlich wieder soweit: Zeidner Fasching in
Schechingen bei Schwäbisch Gmünd war angesagt! An diesem letzten Januarsamstag, einem
herrlichen Wintertag mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, fanden sich etwa 85
Faschingsnärrinnen und -narren in der Gaststätte Afrika ein und die
letzten fuhren erst in den frühen Sonntagmorgenstunden schweren Herzens wieder heim
Einst schrieb Wilhelm Busch zum Thema Karneval
folgendes:
Es war ein schöner Karneval,
wo wie auch sonst und überall
der Mensch mit ungemeiner List
zu scheinen sucht, was er nicht ist.
Beim Lesen dieser Zeilen könnte man für einige Momente ein
schlechtes Gewissen bekommen
Dann ist's vorbei, denn wir feiern aus anderen Gründen Fasching. Wir möchten für einige
Stunden den Alltag und die Sorgen vergessen tanzen, lachen, fröhlich sein!
Doch zurück zum Beginn des närrischen Treibens: Hermann Kassnel begrüßte als Cowboy verkleidet alle Anwesenden recht herzlich. Ein besonderer Willkommensgruß ging an die Garde der ersten Stunde, zu denen zum Beispiel die Familien Mieskes, Kueres, Josef, Gieb, Welther, Wiener und Kassnel gehören. Nachbarvater Udo Buhn ließ uns via Telefon herzliche Grüße und gute Unterhaltung ausrichten, weil er leider nicht dabei sein konnte. Danke, lieber Udo! Vielleicht klappt's nächstes Jahr oder spätestens 2008 zum 20-jährigen Jubiläum!
Hermann
erzählte kurz von den Vorbereitungen für diesen Tag, die schon im Spätherbst begonnen
hatten. Die zwei wichtigsten Fragen, die Marianne und er sowie Musiker Edgar Preidt in
dieser Zeit zu beantworten hatten, waren: Welche Kapelle spielt? und:
Gibt's wieder Baumstriezel? Also: Es spielte das
Johann-Krämer-Quartett, zu dem Edgar gehört. An dieser Stelle ein großes
Dankeschön an ihn und die Jungs, die in gewohnter Manier hervorragend für Jung und Alt
aufspielten! Baumstriezel gab's natürlich auch, frisch gebacken und von Familie Scheipp
aus Schorndorf angeliefert. Es spricht für sich, dass gegen Mitternacht kein Krümelchen
mehr übrig war.
Zum Abschluss
seiner Begrüßungsrede wünschte uns Hermann mit einem dreifachen Helau viel
Spaß und eröffnete mit seiner Marianne, als Bad Girl maskiert, den Tanz auf
dem Parkett. Bald füllte sich die Tanzfläche in dem großen und schön geschmückten
Saal, man winkte sich zu und lachte auch, weil man den einen oder die andere erst jetzt
unter der Schminke oder Perücke erkannte
(Tau bas ät?! Ech hun dech jä net
ärkount!) Nach einigen Tänzen führten Marianne und Hermann dann den Aufmarsch der
Maskierten an, so dass alle von allen gesehen und begutachtet werden konnten. Es folgte
die Prämierung, und Hermann sagte zu Recht, dass alle Masken einen Preis verdient hätten
und die Wahl wieder sehr schwer gefallen sei.
Der erste Preis
ging an einen Indianer und seine charmante Begleiterin, ein Ehepaar aus Bad Ems. Der
zweite an die Eheleute Streitfert als Spanierpaar verkleidet, der dritte an die
temperamentvolle Hexe Liane Patru. Je einen Trostpreis bekamen Zigeunerkind Michelle
Preisler und Zigeunerin Monika Santa, die Verfasserin dieser Zeilen. Schnell wurden noch
einige Gruppenbilder zur Erinnerung geschossen und dann gab's endlich etwas zu essen. Die
Auswahl war groß: Von Suppe oder Salatteller bis Kalbsbraten mit Spätzle und Knödeln
war für jeden Geschmack etwas dabei. Ein guter Tropfen durfte natürlich auch nicht
fehlen.
So gestärkt ging's weiter mit Tanzen, Plaudern und viel Lachen. In den Tanzpausen unterhielten uns Hermann Kassnel und Albert Seitz mit Witzen und in Versen vorgetragenen lustigen Geschichten aus dem Leben. Herzlichen Dank auch dafür!
Und nun zu
einigen Kostümen der Feiernden, die teilweise von weit her nach Schechingen gekommen
waren: Effi Kaufmes trug Safarilook, Peter Kaufmes präsentierte eine schöne alte
schwäbische Tracht von 1830, Böblinger Häs genannt. Emmi und Heinz Mieskes
aus Bietigheim wiederum kamen in ungarischer Tracht. Anneliese Werner (geb. Mieskes) war
das zweite Bad Girl, ihr Ehemann Rudi ein weiterer Cowboy. Christa und Horst
Pechar scheuten nicht den langen Weg aus Friedrichshafen am Bodensee zu uns und erfreuten
uns in ihren Urzeitmensch-Kostümen. Aus der Nähe von Heidelberg waren Charlotte und Paul
Hamzea angereist und Wolfgang Schuster als Mexikaner verkleidet sogar aus
Bremen. Liane (geb. Gross) und Georg Göltsch kamen aus Ellhofen, Anneliese (geb. Müll)
und Günther Kraft aus Eislingen, Adi und Manfred Kuwer aus Göppingen, um hier nur einige
zu nennen.
Die ältere Generation trug ebenso wie die Jüngeren schöne Kostüme zur Schau. So kam Emmi Dück als bezaubernde Prinzessin aus 1001 Nacht (Wer würde denken, dass Sie bald 80 wird?!), Albert Seitz mit seinen 83 Jahren als fescher Graf von Monte Christo, Walter Liess erinnerte an Rudolph Moshammer bloß das Hündchen fehlte! Leider kann ich aus Platzmangel nicht alle aufzählen, obwohl sie's verdient hätten!
Zu
vorgerückter Stunde bekam die Band Zuwachs, als Pale sich dazugesellte und
Gitarre spielend mitsang. Ihr könnt euch vorstellen, dass im Saal eine
Bombenstimmung war. Laut Hermann die beste seit Beginn der Gmünder
Faschingsära! Weit nach Mitternacht packten die müden Musiker ihre Instrumente
ein, während der harte Kern an den Tischen saß und noch lange nicht ans
Gehen dachte.
Damit komme ich
zum Schluss meines Berichtes und hoffe, dass einige von euch Lust bekommen haben,
nächstes Mal mitzufeiern. Alle sind herzlich eingeladen! Den Organisatoren Marianne und
Hermann Kassnel, Edgar Preidt und allen still im Hintergrund Helfenden ein riesengroßes
Dankeschön, Vergelt's Gott und Auf Wiedersehen in Schechingen 2007! Halt: Auf
Wiedersehen im Juni in Friedrichroda!
Monika Santa , geb. Maior, Schwäbisch Gmünd