Die Konfirmation in Zeiden im Wandel der Zeit
…. so heißt eine weitere Dokumentation des ortsgeschichtlichen Gesprächskreises, an der zur Zeit seit Juni 2007 unauffällig gearbeitet wird. Die vorausschauende Idee Konfirmationsbilder der verschiedenen Zeidner Jahrgänge zu sammeln und deren Aufbewahrung sicher zu stellen, hatte der damalige Beisitzer des Vorstandes der Zeidner Nachbarschaft und jetzige Nachbarvater Udo Buhn bereits im Jahr 1989. Seinem Aufruf im Zeidner Gruß, ihm Gruppenbilder von Konfirmationen zuzuschicken, wurde in der Folgezeit auch vereinzelt Folge geleistet. Doch wie bei jedem Aufruf, den man bei einem solchen Vorhaben startet, war die Erfolgsquote etwas gering und somit auch nicht so zufriedenstellend, um damals Vorzeigbares – z.B. die Veröffentlichung eines Bildbandes - auf den Weg zu bringen. So sammelte Udo Buhn diese Bilder fleißig weiter und archivierte sie sehr akribisch im Zeidner Foto Archiv, das sich damals noch im Anfangsstadium befand. Um diese Idee jedoch nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen und immer das eigentliche Vorhaben vor Augen, hat Udo Buhn die Konfirmationsmatrikel der Jahre 1900 bis 1971 im Evang. Pfarramt in Zeiden kopiert und in seinem „privaten“ Archiv aufgenommen. Damit sollte sicher gestellt werden, dass zum Einen die Namen der Konfirmanden dieser Jahrgänge in Deutschland zur Verfügung stehen und zum Anderen diente diese wohl kalkulierte Fleißarbeit all Denjenigen als wertvolle Hilfe, die in den Folgejahren, bereit waren eine Goldene Konfirmation, sei es in Zeiden oder in Deutschland, zu organisieren und diese dann auch gemeinsam zu feiern.
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In der Zeidner Konfirmationstracht fieberten Konfirmanden
bereits 1937 (auch schon früher) ihrer Konfirmation am Palmsonntag entgegen (das ist einer der Bräuche, der zwischendurch zumindest bei den Jungen aufgegeben und später unter Stadtpfarrer Hermann Thalmann wieder aufgenommen wurde.
(Weiß jemand wie es dazu kam ?)
Mich hat Udos Idee bereits 1989 fasziniert und nachdem Gert-Werner Liess auf seiner eigenen privaten Zeidner Homepage angefangen hatte unser Augenmerk mit einem sehr umfassenden und interessanten Bildarchiv u.a. auch auf die Kindergarten-, Schul- und Konfirmationszeit zu richten und zusätzliche emotionale Bilder auftauchten, lag der Gedanke nahe, die Idee von 1989 wieder aufzunehmen und konkret weiter zu verfolgen. Dies habe ich jetzt seit vorigen Jahres getan.
Viele werden sich fragen, was bringt so eine Veröffentlichung, welchen Stellenwert hat eine Konfirmation heute überhaupt noch, um diesem vielleicht wichtigsten kirchlichen Familienfest jetzt plötzlich verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken.
Ich habe versucht nach und nach einfache Antworten auf diese Fragen zu finden und bin zu folgender Überlegung, die vom Vorstand der Zeidner Nachbarschaft am 15. März 2008 in Böblingen gut geheißen wurde, gekommen:
Sicher gute Gründe, wie ich meine, um dieses Vorhaben, das Dokumentationscharakter von hohem Niveau besäße, in seiner weiteren Entwicklung und Fortführung, zu unterstützen. Pfarrer Thalmann, Pfarrer Heinz-Georg Schwarz, Pfarrer Nössner, Frau Renate Franchy, Klaus Dieter Untch, Kurt Schoppel, Rosa Josef, Emmi Depner, Emmi Kueres, Inge Gutsch, geb, Zerwes, um nur Einige zu nennen, haben das bereits getan und ich bin sicher, dass der Eine oder Andere auch seinen Teil dazu beitragen kann, um dieses Vorhaben in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden zu lassen und umzusetzen.
| Hierzu benötigen wir in erster Linie die fehlenden Konfirmationsbilder der Jahre 1900-1919, 1921-1924, 1927, 1930, 1932-1933, 1936, 1940, 1945, 1955-1957, 1961, 1963, 1965-1966, 1973, 1977, 1990, 1994, 2002, 2003, 2005 und 2007. |
Dieses Konfirmationsbild des Jahrgangs 1928/29 wurde rein zufällig von einem
deutschen Wehrmachtssoldaten am 2. April 1944 in Zeiden aufgenommen.
Hier ergeht die dringende Bitte an alle nachzuschauen, ob in privaten Familienalben Bilder ausfindig gemacht werden können, die diese Jahre betreffen. Des weitern sind wir auf der Suche nach Bildern von Einzelkonfirmanden/-innen oder Familienbilder in Tracht. Vorhandene Konfirmationsurkunden und –sprüche sollen zudem das umfangreiche Suchkontingent abrunden. Besondere Erinnerungen an die eigene Konfirmation und das aufregende Drumherum (Anmeldung, Konfirmationsunterricht, kirchliche Unterweisung, Abdanken“, den „Zittersamstag“, Konfirmationstag (i.d. Regel Palmsonntag), Einsegnung, erstes Abendmahl, Aufnahme in die Bruder- bzw. Schwesternschaft) sollen dieser Dokumentation zusätzlich einen persönlichen Charakter verleihen, der dabei helfen soll, den Außenstehenden erkennen zu lassen, dass es sich hierbei besonders um eine Veröffentlichung von Zeidnern für Zeidner handelt.
Sicherlich kann die Broschüre mit Bildern der bereits statt gefundenen Goldenen Konfirmationen zusätzlich so bereichert werden, dass sich ehemalige Konfirmanden gleich zweimal in diesem Buch wieder finden.
Wie Ihr seht, Udos ursprüngliche Idee aus dem Jahr 1989 und ein wichtiger Teil des benötigten Materials und der erforderlichen Informationen sind bereits vorhanden. Es liegt jetzt an uns allen, dieser dringenden Aufforderung zur Mithilfe und Mitarbeit zu folgen und sie, dort wo es möglich ist, zu unterstützen. Gelingt uns das, so wird dieses ungewöhnliche Eintauchen in unsere eigene Vergangenheit sicherlich seinen eigentlichen Zweck erfüllen. Dessen bin ich mir ganz sicher.
Helmuth Mieskes |

Konfirmationsfoto des Zeidner Jahrganges 1922 vom 21. März 1937